Tag minus 14 | #Flussnoten

[SoSo ] –

Die neuen Schuhe
Die neuen Schuhe

Nachdem meine Wanderschuhe, die ich 2010 in Norwegen gekauft habe, wegen einer geplatzten, unreparierbaren Naht, statt langstreckentauglich eher blasenerzeugend geworden sind, habe ich mir − im Hinblick auf unsere Rheinwanderung − neue Wanderschuhe geschenkt. Nun ja, neu sehen sie nach gestern Nachmittag von außen hin allerdings nicht mehr aus. Außen und innen sehen Dinge ja meistens nicht gleich aus. Nicht auf den ersten Blick jedenfalls. Und Schönheit sieht man eh nicht immer von außen, auch nicht, ob etwas passt oder nicht.

Neue Schuhe einzulaufen wird ja gemeinhin als notwendig empfohlen, darum haben wir uns gestern auf die Socken Schuhe gemacht. Bei 32 Grad im Schatten und in der leider irrigen Hoffnung, dass es im Wald, den wir auf der Suche nach einem Geocache ausgewählt hatten, ein bisschen kühler sein würde als auf Irgendlinks Terrasse.

Als ein Keltenweg bergan eine Abkürzung zum Cache vorgaukelt, folgen wir ihm nach kurzer Beratung. Kältenweg, witzeln wir, schwitzend und bergan steigend. Nun ja. Kalt geht anders. Als sich uns, oben angelangt, ein weites, sonnenverbranntes Feld auftut, erschlägt uns die Hitze beinahe. Abkürzungen sind halt nicht immer die besten Entscheidungen. Wir drehen um und wandern zur nächsten Abzweigung. Batsch, batsch. Juhu, auch beim Abwärtswandern fühlen sich die neuen Schuhe sehr bequem an. Ich glaube, meine Füße und diese Schuhe können richtig gute Freunde werden.

Batsch, batsch. Der Regen der letzten Wochen hat sich im Wald kleine Flüsschen durch den Waldweg gebahnt. Batsch, batsch, baberabatsch. Auf einmal stecke ich ein bisschen fest und ziehe meinen linken Schuh, nun hübsch braun eingefärbt, aus dem unerwartet tiefen Schlammloch.  Den Wasserdichte-Test haben die Schuhe hiermit auch bestanden. Obwohl … meine Schuhtaufe habe ich mir nicht ganz so dramatisch vorgestellt.

Geocache-Ente
Geocache Mühleweg 9 – Rosselmühle

Den Geocache finden wir schließlich schnell und fast ebenso schnell logge ich unseren Fund ins Buch im Entenbauch. Hauptsache ich bin schneller als die Mücken, die uns hier überfallen haben. Diese blutrünstigen Wegelagerer!

Den Rest unserer kleinen Rundwanderung schwitzen wir philosophierend und der Stille lauschend.

Schritt für Schritt. Das eigene Tempo. Ja, ich spüre es bereits. Der Weg wächst, wenn ich ihn gehe. Das irische Sprichwort stimmt.

17 thoughts on “Tag minus 14 | #Flussnoten


  1. Hallo Juergen,
    Euer Wetter scheint mir ja fast texanisch zu sein. 😉 Hier kann man übrigens nicht so schön wandern. Fast Alles ist Privatbesitz. Wanderwege gibt es hier in unserer Gegend nicht. Und wer will schon am Straßenrand entlang latschen? Und einfach über Privatbesitz – auch wenn es nur offene Weiden oder durch Baumbestand wäre – kann man ja auch nicht. Das könnte zu leicht mit „Bleivergiftung“ enden. 😉
    Weiterhin viel Erfolg beim Einlaufen der Schuhe,
    Pit


    1. Lieber Pit – der Artikel ist von mir. Ich hoffe, deine Zeilen gelten auch für mich 😉 Heute waren wir nochmals Schuhe einlaufen. Heute wars sehr angenehm – so, 22 Grad im Schatten, also perfektes Wanderwetter!
      Danke dir.


      1. Hallo SoSo,
        meine Kommentare hier gelten, so denke ich mal, Euch beiden, gleichgueltig, wen ich anrede. Irgendwie ist das fuer mich Euer gemeinsames Blog. Wird ja auch eine gemeinsame Wanderung. Falls nicht Juergen doch noch auf die Idee kommt, bis zur Muendung durchzuwandern. 😉
        Eine schoene Woche Euch beiden,
        Pit


        1. Pssst, zur Mündung ist im Plan mitdrin, allerdings nicht ganz zu Fuß. 😉
          (Ich ergänzte das mit der Autorinschaft nur, weil du ihm ersten Kommentar Jürgen ansprachst.)
          Danke dir schon jetzt fürs Mitkommen!


          1. Also doch runterschwimmen??!! 😉
            Ein Freund von mir, ein Kanute aus Bonn, hat uebrigens einmal ein ganzes Stueck weit einen Langstreckenschwimmer begleitet. Der war m.W. vom Bodensee bis zur Muendung im Rhein unterwegs. Ich glaube mich zu erinnern, dass es ein Wissenschaftler war und dass es etwas mit der Wasserqualitaet zu tun hatte.


          2. Vermutlich ist der Rhein in den Bergen noch ein wenig sauberer. Und kälter.
            Spannend, was uns neuerdings alles im Zusammenhang mit dem Rhein zugetragen wird!


          3. Damals war er noch ziemlich sauber. Wir haben uns nachher zwar mit Leitungswasser abgeduscht, aber das war auch schon Alles. Zu der Zeit konnte man Aale aus dem Rhein noch essen, nachdem man sie zwei oder drei Tage in Leitungswasser hatte schwimmen lassen. Spaeter wurde der Fluss dan zunehmend mit Chemikalien belastet. Aber heutzutage ist es wieder viel besser geworden.


          4. P.S.: In meiner Kindheit habe ich noch Eisschollen auf dem Rhein treiben sehen, und selber am Rande auf Eis gestanden. Und im Jahr meiner Geburt [1947] war der Rhein sogar noch, allerdings weiter unten als Krefeld, naemlich bei Wesel, komplett zugefroren.


  2. Salü Jürgen,
    Ich bin Schweizer und wohne in der Schweiz; vom Tomasee hatte ich noch nie gehört. Ich musste zuerst nachschauen, wo der See ist. . .. Die Reihnroute bin ich mit dem Fahrrad gefahren, dem Gefälle nach. Und meine Schwiegereltern wohnen in Buchs, Kanton St. Gallen. Zur Zeit bin ich in Tiberias am See Genezareth; die Temperatur ist etwa 35 Grad, Wolken eine Seltenheit. Ich wünsche Euch eine schöne Wanderung. Tschüss. Matthias.


    1. Ich kannte den Tomasee auch nicht. Wir fanden ihn beim Recherchieren des Streckenstarts. Der obige Artikel war übrigens von mir. Wir werden hier duettbloggen. 😉
      Ich freu mich auf Chur, wo meine Großeltern lebten und ich seit über dreißig Jahren nicht mehr war.


  3. da laufe ich schon mit christof von einfach bewusst gedanklich auf dem jakobsweg mit
    und nun auch mit euch zum rhein
    ich komm was rum und werde mir noch blasen lesen
    die schuhe sehen sehr zünftig aus
    ich freu mich auch schon auf eure bilder und berichte
    lg birgit
    ps : am blog fehlt noch der donorbutton für die reisekasse


    1. Oh, wie schön, dass du mitwanderst.
      Donorknopf? Stimmt, jetzt, wo du es sagst. Danke für den Hinweis und für die darin eingewobene Ermutigung!


  4. hallo ihr zwei…

    liebe Denise… lieber Jürgen…
    Auch ich wünsche euch eine gute Reise und wunder-volle Erfahrungen…
    oder sollte man sagen: er-Gehungen…
    ich werde euch auch begleiten…in Gedanken…mit gefühlen… denn ihr malt mit euren Berichten
    und diese Bilder machen Gefühle und diese Gefühle machen wiederum Bilder beziehungsweise Worte WortBilder…in mir…
    das erste Wort-Bild-Gedicht ist bereits entstanden…mal überraschen lassen…Wieviele entstehen…vielleicht für jeden Tag eins…
    …fluss-abwärts


    1. Danke dir herzlich für die ermutigtenden Zeilen und schön, dass du mitwandern magst!

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