Tag minus 7 | #Flussnoten

[SoSo] – Mein Herz klopft laut bei der Vorstellung, dass wir heute in einer Woche – so alles klappt – im Zug nach Andermatt und auf den Oberalppass sitzen sollen.

Obwohl es noch so vieles zu erledigen gibt, bevor wir loslaufen können, im Büro ebenso wie dahei, bin ich oft in meinen Gedanken schon beim Rucksackpacken. Mein Vorsatz ist es, so wenig wie möglich mitzunehmen und nur so viel wie nötig. Auf jeden Fall will ich mit weniger Gewicht auf dem Rücken als vor zwei Jahren loszuwandern.

Meine Packliste sieht vermutlich nicht ganz so schlicht aus wie die von Maori, der vor sechs Jahren mit etwa 5 kg den Jakobsweg gepilgert ist. Er hatte allerdings auch weder Bordküche noch Zelt im Gepäck. Diese ungefähren 5 kg werden wir zwischen uns aufteilen und ich hoffe, dass ich es diesmal – von Lebensmitteln und Wasser abgesehen – auf maximal plus/minus 10 kg inklusive Rucksackgewicht bringe.

Beim Packen dreht sich – wie so oft im Leben – alles um die alles entscheidende Frage: Was brauche ich wirklich?

Die Frage nach der externen Tastatur lautet so: Will ich direkt mit dem Handy bloggen oder trage ich die externe Tastatur mit? Ich bin eine gute Handytastenschreiberin, dennoch ist es mit der externen Tastatur natürlich angenehmer. Andererseits habe ich meine Tastatur letztes Mal nach Halbzeit zurückgeschickt, Irgendlink hatte überhaupt keine dabei. Wenn wir zu zweit eine mitnähmen, könnten wir abwechseln. Auch das wäre eine gute Lösung.

In meinem Necessaire werden sich wohl nur Kamm, Seife, Zahnpasta und Zahnbürste befinden. Mit Seife lassen sich im Rhein nicht nur die Füße sondern auch die Haare waschen, wie ich es vor zwei Jahren oft in der Reuss gemacht habe. Spüli? Wozu, wenn wir Seife dabei haben … Sand und Seife sind außerdem ökologischer und 100% biologisch abbaubar, zumal wir ja nur Seifen aus zwei freundschaftlich verbundenen, biologischen Handsiedereien verwenden. Auch Kleider waschen geht unterwegs am besten mit Seife und Flusswasser.

Neben der Wanderhose aus leichtem synthetischem Stoff und mit abzipbaren Beinen (unten), werde ich wohl nur entweder eine Legging oder eine ultraleichte, lange Bequemhose mitnehmen (für kühle Abende und wenn die Wanderhose gewaschen wird oder sonstwie am Trocknen ist). Zwei Paar Socken, je zwei Mal Unterwäsche, oben und unten, sowie zwei T-Shirts. Dazu ein Langarmpulli, eine Regenjacke, ein Rucksack-Regenschutz und ein Faserpelz. Ich packe meine Kleider immer in einzelne Plastiksäcke ein, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt sind und damit ich schnell finde, was ich suche. Ein Sack ist zum Beispiel für Sauberwäsche, einer für Dreckwäsche, etc. Irgendlink hat auch ein ausgeklügeltes Packsystem, vielleicht wird er darüber mal bloggen.

EDIT: Neben der Wanderschuhe habe ich übrigens noch Trekking-Sandalen dabei. Weil … immer nur Wanderschuhe ist ja auch nicht lustig.

Noch offen ist die Frage, ob mein Regenponcho wieder mitkommen soll, den ich letztes Mal als Regenschutz für den Rucksack dabei hatte. Die hauchdünne, aluminiumbeschichtete Überlebensdecke kommt aber auf jeden Fall mit. Auf ihr sitzt es sich gut, sie ist sehr leicht und kann im Notfall Leben retten.

Zum Handy (= Wanderkarte, GPS, Notizbuch, Bloggerät und Telefon) eigentlich nur Ladegerät und Ladekabel. Leider ist mein Solarpanel kaputtgegangen, doch mit Irgendlinks doppelt so großem Super-Teil sollten wir vermutlich unsere zwei Handys laden können – so die Sonne scheint. Ein Ding, das die Sonnenenergie zwischenspeichert, habe ich natürlich auch dabei, wobei wir die Handys wohl, wann immer möglich, direkt am Panel anschließen. Das Solarpanel lässt sich am Rucksack befestigen und tragen, so dass die Tagessonnenenergie ganz unmittelbar gesammelt werden kann.

Irgendlinks Zelt ist ein superleichtes mit Platz für eine Person mit Gepäck oder für zwei Personen ohne Gepäck. Letztes Mal haben wir die Rucksäcke – in den Regenhüllen verpackt – nachts immer draußen gelassen. So können wir auf gute Erfahrungen zurückgreifen. (Nun ja, von unserer nächtlichen Begegnung mit dem Wolf einmal abgesehen.)

Schlafen tun wir in zwei sehr leichten und sehr warmen Kunstfaserschlafsäcken, die sich nur in der Art der Füllung unterscheiden. Meiner ist die ein bisschen wärmere Version, denn Irgendlink friert zum Glück weniger schnell als ich. Meine Matte ist ein wenig luxuriöser als Irgenlinks. Sie lässt sich aufpumpen (siehe mein Blog 2014), während Irgendlink wohl wieder, wie meistens, mit einer leichten, unkaputtbaren Yogamatte unterwegs sein wird. Kaputten ist schwer, ja, aber verlieren lässt sie sich leider schon (wie vor zwei Jahren kurz vor Gurtnellen, als wir uns im Dorf bei Wildfremden eine Ersatzmatte ausleihen konnten).

Zur Küche gehören ein Trangia-Kocher und zwei Töpfe mit einem Deckel, der mit Brennsprit geheizt wird. Weiter werden wir je einen Becher, ein Besteckset und ein Schweizer Messer dabei haben und natürlich je einen Teller oder eine Schüssel à la Tupper (mit Deckel) als Essgeschirr und um allfällige Reste gut verpacken zu können. Auch ein Schwamm oder ein Schwammtuch sowie ein Geschirrtuch gehören zur Ausrüstung. Mit einer Gummiwäscheleine oder Schnur bauen wir abends, jedenfalls, wenn es trocken ist, jeweils eine Aufhängung für allfällige feuchtgewordene oder zu trocknende Sachen. Vervollständigt wird unsere Küche von einer kleinen Gewürzauswahl (Salz, Pfeffer, Kräuter) und einer Tube köstlicher Schweizer Kondensmilch. Diese  Küchenausrüstung wird in Stoffsäcken auf beide Rucksäcke verteilt, ebenso der wechselnde Proviant. Diesen kaufen wir unterwegs frisch. Unsere Kost ist einfach. Am Morgen gibt’s zu Pulver-Kaffee (er) und frischgepflücktem Blüemli-Tee (sie, äh, ich)  Brot, Käse, Honig und Müesli. Ähnliches gibt es auch tagsüber, dazu Nüsse, Trockenfrüchte, Obst und ab und zu ein Joghurtdrink. Am Abend kochen wir Gemüse aller Art und essen dazu entweder Reis, Couscous, Nudeln oder ähnliches, während ich als Vegi dazu gerne ein Stück Käse genieße und Irgendlink zum Beispiel Trockenfleisch. Seltsamerweise hatte ich auf der letzten Pilgerwanderung kaum Lust auf Süßes. Und wenn doch, dann ließ sie sich durch Früchte, frische und getrocknete, problemlos stillen.

Eine Reiseapotheke hatten wir letztes Mal keine dabei, nur ein paar Blasenpflaster, Anti-Brumm und Sonnenmilch. Ob wir es dieses Mal anders machen werden? Mal schauen.

Hygiene? Nun ja, travelling is a dirty job, wie Freund Ray letzten Sommer in Örebro so schön resümmierte. Dennoch wasche ich mich gerne täglich, auch wenn wir nicht auf Zelplätzen duschen können. Ein kurzes Flussbad tut immer gut, auch wenn das Wasser kalt ist.

An der Reuss waren wir meist allein unterwegs, doch natürlich habe ich für alle Fälle auch ein Badekleid im Gepäck. Als Tuch packe ich auch dieses Mal wieder eins meiner schnelltrocknenden, leichten Bali-Tücher ein.

Und ja, natürlich müssen wir auch manchmal. Also Pinkeln, meine ich. Das tun wir in der Pampa. Klopapier lassen wir aber keins liegen, schließlich gibt es Hundekackebeutel. Dahinein legen wir auch den anderen täglichen Müll, auch den aufgelesenen. (Überflüssig zu sagen, dass wir versuchen, so wenig Müll wie möglich zu produzieren.) Fürs große Geschäft suchen wir uns ein stilles Örtchen und budeln uns dort mit einem Zelthering ein Loch, das wir hinterher wieder zuschütten. Erde zu Erde und Staub zu Staub sozuagen.

Ich kann es kaum erwarten! Drück die Daumen, dass alles klappt und dass das wenige viele Zöix, das wir mitnehmen werden, nicht allzu schwer wiegt. 😉

Ach, und übrigens: Heute hat Irgendlink noch einige neue Seiten eingerichtet.
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FAQ: Hier steht, warum wir das alles tun wollen.

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2 thoughts on “Tag minus 7 | #Flussnoten


    1. Echt jetzt? Ich auch … drum habe ich gedacht, vielleicht hat jemand anderes auch Spaß beim Lesen und schrieb sie auf. Leider ist der Rucksack doch wieder fast so schwer wie letztes Mal.
      Danke für die lieben Wünsche! Das mit dem Wetter hoffe ich sehr. Ich bin ja eher die Schönwetter- oder zumindest die Gutwetterwanderin … 🙂

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